Die Erbschaft der Eiszeiten

Die Formenvielfalt, die uns die Eiszeiten hinterlassen haben, hielt Friedrich Simony auch auf seinem Dachstein-Panorama fest: Wie ein gefrorener Wasserfall muss sich z.B. der Gletscher, der den Felssockel unter dem Hageneck (1718 m) und dem Hohen Koppen (1790 m) abschliff, vom Landfriedtal in den Koppenwinkel gestürzt haben. Auch der rechts benachbarte, gerade noch über den bewaldeten Mittagkogel hervorlugende Däumelkogel (1986 m) verdankt seine zugespitzte Form dem Eis, das weiter unten den Kessel der Schönbergalm (erkennbar an der Seilbahnstation) herausgehobelt hat.

Die Dachstein-Eishöhle wurde dabei in der linken Begrenzungswand „angeschnitten", die Mammuthöhle im gegenüberliegenden Mittagkogel. Das war noch vor 13.000 Jahren - dann schmolzen die von der Hochfläche herabhängenden Gletscher immer weiter ab. Zwischen dem achten und dem zweiten Jahrtausend vor Christus dürften sie überhaupt verschwunden sein: Die heutigen acht Dachsteingletscher sind also keine Erbschaft der Eiszeit, sondern erst später wieder neu entstanden.

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