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Das Meer im Gosautal
Kaum
zu glauben: Vor 90 Millionen Jahren hätten sie zwischen dem Gosaukamm
und dem Dachstein noch im Meer schwimmen können Die Hebung der Alpen
hatte bereits begonnen, da drang das Salzwasser noch einmal in das
„Gosaubecken" ein - und die Ablagerung begann von neuem. In den
verwinkelten Buchten zwischen dem heutigen Brielgraben und dem
Lammertal blieb zunächst viel eingeschwemmter Schotter liegen, der sich
zu Konglomerat verfestigte. Darüber setzten sich 20 Millionen Jahre
lang Mergel und Kalksandstein ab; dazwischen lebten seltsame Muscheln,
die in der Brandungszone zu richtigen Riffen verwuchsen. So findet man
in diesen Schichten bis heute besonders viele versteinerte Ammoniten
(Kopffüßler, die mit den Tintenfischen verwandt sind).
Diese Gesteine bilden heute die Abhänge beiderseits des Tales - daher gingen sie als „Gosauschichten" in die Geologie ein. Leider sind sie nicht besonders fest, und so reißt auch der Edlbach mit jedem Hochwasser viel davon mit sich. Nachdem immer wieder Muren die Felder verwüstet hatten, erließ Kaiser Franz Josef 1884 - nach einem persönlichen Lokalaugenschein - ein „Gesetz zur Ableitung schädlicher Hochwässer" und begründete damit die moderne Wildbach- und Lawinenverbauung.

